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Gesundes Bindegewebe - gesundes Immunsystem

Das Bindegewebe ist auch ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Ist alles "im Fluss", wirkt sich dies auf die gesamte Bewegung im Körper aus. Streckung und Beugung der Muskeln sowie die Bewegung der Gelenke sind so erst im vollen Bewegungsumfangs möglich. Ohne freibewegende Flüssigkeiten im Inneren des Körpers gibt es keine Fortbewegung., kein gesundes und energiegeladenes Leben. Kurz gesagt: durch Osmose und Diffusion findet ein Austausch zwischen Zellwänden und somit Gefäßen statt.  Nährstoffe werden antransportiert, Abfallprodukte und Krankheitserreger werden abtransportiert. Beispielsweise führen Entzündungen zu Veränderungen an den Gefäßwänden. Durch den Rückstau des Wassers, welches nicht aus dem Zwischenzellraum in die Venen oder Lymphen transportiert werden kann, bilden sich Ödeme. Der "Fluss" im inneren des Körpers ist gestört, dadurch sich das Flüssigkeitsvolumen verringert. Das Gewebe reagiert auch auf Krankheiten, Verletzungen, Fehlernährung, Mangelbewegung, Stress und Erschöpfung. Es ist wichtig, alles durch vielfältige und variantenreiche Bewegungsformen "im Fluss" zu halten, um somit den Stoffaustausch zu unterstützen (Quelle: Gunda Slomka: Faszien in Bewegung2014, S.91ff.)

Exkurs: Faszien- ein Spannungsnetzwerk im Körper, welches bei Bewegungen fein reagiert. Wird ein Muskel angesprochen, erfolgt eine Reaktion über die Faszienkette an andere Körperstellen. Die myofaszialen Zugbahnen sind wichtig für Koordination und Beweglichkeit und müssen demnach im Training angesteuert und aktiviert werden. Isolierte Übungen für einzelne Muskelgruppen wie im normalen Krafttraining reichen dafür nicht aus.  Die oberflächliche Rückenlinie verläuft von den Füßen über Rücken, Nacken, Schädel bis zu den Augenbrauen. Sie stützt und schützt den Rücken, ist verantwortlich für die aufrechte Haltung und die Streckung des Oberkörpers nach oben und hinten. Die oberflächliche Frontallinie verläuft von den Zehen über Becken, Bauch, Hals bis zum Kopf. Sie stabilisiert den Oberkörper in der Haltung und beugt, hebt und senkt diesen. Die Laterallinien verlaufen jeweils seitlich am Körper und klammern beide Außenseiten ein. Sie sorgen für Balance zwischen der vorderen und der hinteren Linie, stabilisieren Rumpf und Beine und sind an der Seitwärtsneigung des Körpers beteiligt. Die Spirallinie windet sich um den Körper, sie ermöglicht Rotationen des Körpers und gegenläufige Bewegungen. Sie umhüllt den Körper wie eine Doppelspirale. Ihre Haltungsfunktion besteht darin, dass sie das Gleichgewicht auf allen Ebenen halten.

 

 

(Quelle Bild: ergotopia.de)

Faszien mögen Druck. Stell dir einen nassen Schwamm vor, den du ausdrückst. Aus dem faszialen Gewebe treten Stoffwechselprodukte und Lymphflüsdigkeiten aus, welche nun viel besser durch das Gewebe dringen können. Dieser schnelle und leichte Flüssigkeitsaustausch ermöglicht eine bessere Nährstoff- und Sauerstoffversorgung durch das Blut. Können die Abfallprodukte nicht abtransportiert und die Nährstoffe nicht zu den Zellen geleitet werden, entstehen „Verklebungen“ und Schmerzen. Du kannst den passiven Austausch über von außen wirkenden Druck fördern.

 

Eine Methode ist das Foamrolling- Selbstmassage mittels einer Schaumstoffrolle. Kleine Rolle, große Wirkung - bei regelmäßiger Anwendung: verspannte Muskeln und Faszien werden wieder geschmeidig und flexibel „gerollt“. Beim Foam Rolling übst du mit deinem Körper Druck auf die Rolle aus. Dies kann am Anfang schmerzhaft sein, da sich die lokalen Muskelverhärtungen -Triggerpunkte- auflösen. Die Muskelspannung verringert sich, das Gewebe und die Muskelfasern beginnen sich zu entspannen. Alternativ kannst du auch mit einem Tennisball punktueller arbeiten. Dies eignet sich besonders gut für die Füße - die Plantarfaszie- und die Waden, also für kleinere Muskeln.

 

Faszientraining bedeutet aber nicht nur Rollen.Mit federnden und fließenden Bewegungen sowie kräftigenden und entspannenden Übungen trainierst du sanft deine Elastizität, Kraft und Beweglichkeit, durch einen aktiven Austausch.

 

Du kannst die myofaszialen Bahnen durch gezielte Mobilitätsübungen trainieren. An der Mobilität zu arbeiten, bedeutet nicht nur DEHNEN. Mit DEHNÜBUNGEN wird der verkürzte Muskel verlängert. Mit Übungen zur Beweglichkeit an den Gelenkkapseln, Bändern, Sehnen und Faszien gearbeitet. Eine gute Beweglichkeit ist die Grundlage für Kraft, Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit. Funktioniert das Bindegewebe, funktioniert auch der Muskel. Alles bleibt im Fluss.  Verletzungen können vorgebeugt werden, an Beschwerden kann gearbeitet werden. Übungen zur Mobilität sollten in jedem Trainingsplan integriert werden, um langfristige Erfolge zu erzielen.

 

Eine Anregung zum aktiven Stoffaustausch sind also selbst initiierte Bewegungen. Nicht nur zur Mobilisierung. Auch wirken federnde und springende Bewegungen sowie stabilisierende Übungen,wie z. B. der Stütz, durch das eigene Körpergewicht oder ein Zusatzgewicht auf die Gewebsstrukturen. 

Nach einer Belastung ist auch eine Entlastung entscheidend. Vor allem bei monotonen Belastungen wie dem Laufen. Hierbei werden in den selben Gewebestrukturen Flüssigkeiten herausgepresst. Die Folge ist, dass die Aufstoßbewegungen schlechter abgepuffert werden und die Bewegung nimmt an Elastizität ab. Belastungspausen sind wichtig. Für Anfänger bedeutet dies Gehpausen in ihr Lauftraining zu integrieren. Bei geübten LäuferInnen passt sich das Gewebe an die Belastung an, sprich der Knorpel wird elastischer, da der Druck die Gelenkoberflächen verformt. Ein wichtiger Indikator spielt hierbei auch die Bodenkontaktzeit "Je länger die Aufprallphase und die damit eingehende Belastungsphase im Gewebe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Wassereinlagerung." (zit. Gund Slomka: Faszien in Bewegung, 2014, S. 97)

 

Kurz gesagt: Beweg dich vielfältig und variantenreich. Sei kreativ in deinem Training. Probiere neue Sachen aus. Vor allem im Bereich Gymnastik und dem functional Training findest du viele Übungen und Anregungen, um alles "im Fluss" zu bringen. Mit den Worten von Robert Schleip möchte ich abschließen: „wer dich nicht bewegt- verklebt!“ ( Schleip, 2013)

 

Hast du Fragen oder Anmerkungen, dann melde dich bei mir.

 

Über Feedback freue ich mich,

 

Annika

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